• Staat oder Privat?

    „Der Staat hat die Formen, in denen gewirtschaftet wird, zu beeinflussen, aber er hat nicht den Wirtschaftsprozess selbst zu führen.“ (Walter Eucken, Vordenker der sozialen Marktwirtschaft)

  • Kommunale IT-Kompetenz

    Starke Interessenvertretung für Softwareunternehmen und IT-Dienstleister 

  • Für fairen Wettbewerb

    Wettbewerb ist die Voraussetzung für Fortschritt (Carl Christian von Weizsäcker in: ZEIT online, 27.4.2010)

  • E-Government

    Was wollen Bürger und Unternehmen von der Verwaltung? 

Digitalisierung gestalten

DATABUND stellt sich neu auf / Stephan Hauber zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt

Mit der turnusmäßigen, alle zwei Jahre stattfindenen Wahl des DATABUND-Vorstands am 9. März 2018 in Frankfurt/Main haben die Mitglieder auch eine Neustrukturierung des Verbandes beschlossen.
Mit großer Mehrheit wurde Stephan Hauber, Geschäftsführer der HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH, zum neuen Vorstandsvorsitzenden des IT-Branchenverbandes gewählt und Detlef Sander zum hauptamtlichen Geschäftsführer bestellt. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wurde von sieben auf vier reduziert.

In der neuen Struktur spiegeln sich die wachsenden Aufgaben des DATABUND sowohl als Interessenvertretung der IT-Dienstleister und Softwarehersteller im öffentlichen Sektor als auch die Bedeutung des Verbandes im Zusammenhang mit den digitalen Transformationsprozessen in der öffentlichen Verwaltung wider. "Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Initiativen und Digitalisierungsprojekte des Bundes und des IT-Planungsrates", so der neue Vorstandsvorsitzende Stephan Hauber, "dürfen wir als Verband die Digitalisierung nicht ertragen, sondern müssen diese aktiv gestalten."

In diesem Zusammenhang wies Hauber ausdrücklich darauf hin, dass die künftigen Herausforderungen - vom weiteren Ausbau der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung über kompetente Standards bis zum E-Government - von den privaten und öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleistern und Softwareherstellern nur gemeinsam bewältigt werden können. "Viele Software- und Fachverfahrenshersteller unseres Verbandes arbeiten seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit öffentlich-rechtlichen Rechenzentren, IT-Dienstleistern und Zweckverbänden zusammen. Der DATABUND grenzt," so machte Hauber noch einmal deutlich, "niemanden aus und ist offen für alle." Als einzige Voraussetzung bezeichnete Hauber aber den fairen Wettbewerb im kommunalen IT-Markt, dem sich leider einige wenige entziehen. Eine per Gesetz oder auf der Basis eines unkontollierten politischen Lobbyismus initiierte Auftragsvergabe müsse man auch weiterhin energisch entgegentreten.

Neben Stephan Hauber als Vorstandsvorsitzender wurden in den Vorstand des DATABUND als Schatzmeister Dr. Günther Metzner (Geschäftsführer Verlag für Standesamtswesen GmbH) und die beiden Vorstände Renate Bunten (Geschäftsführerin Kommunix GmbH) und Heiko Pongratz (Geschäftsführer CTS EDV-Consulting GmbH) gewählt.

 

DATABUND beleuchtet Zukunft der kommunalen IT

Im Zentrum des diesjährigen DATABUND-FORUMS unter dem Titel "Digitale Kommune 2020" standen die aktuellen Digitalisierungsprojekte des Bundes und des IT-Planungsrates (IT-PLR). Mit Blick auf das Onlinezugangsgesetz, den Portalverbund und das Digitalisierungsprogramm des IT-PLR ging es um Zukunfsfähigkeit, Ziele und schließlich auch Fallstricke auf dem Weg zur digitalisierten Verwaltung.

Die Referenten der zweitägigen Veranstaltung in Hamburg beleuchteten das Thema und dessen Spannungsfelder aus unterschiedlichen Perspektiven. Ernst Bürger, Leiter des Projektes Portalverbund im Bundesinnenministerium (BMI), erläuterte die Positionen des Bundes und informierte über den gegenwärtigen Stand bei die Umsetzung des Portalverbundes. Ergänzt wurde diese Perspektive von Dr. Martin Hagen, stellvertretendes Mitglieder der Freien Hansestadt Bremen im IT-PLR und CIO des Stadtstaates. Schließlich näherte sich Dr. Kai Ruge, als Beigeordneter im Deutschen Landkreistag und beratendes Mitglied im IT-PLR, aus Richtung der Kommunen und Landkreise diesem Problemfeld. In den sich an die Vorträge anschließenden Fragen und Diskussionen unterstützte sowohl Ruge als auch Hagen die mehrfach geäußerte Forderung der Teilnehmer, mehr als bisher auch die Kommunen und ebenso die Fachverfahrenshersteller an den Umsetzungsprozessen zu beteiligen.

Der zweite Forumstag begann mit einer rechtswissenschaftlichen Betrachtung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) durch Prof. Dr. Tosten Siegel (FU Berlin).

Einen Blick nach Dänemark unternahm Sören Kromann. Er ist COO der dänischen Ausschreibungsagentur KOMBIT – ein Unternehmen im Besitz der dänischen Kommunen, das alle übergreifenden Ausschreibungen für diese organisiert. Besonderes Interesse weckte dabei das Vorgehen der dänischen Kommunen, um einen monopolisierten Markt für kommunale IT-Dienstleistungen aufzubrechen und für Wettbewerb zu sorgen. Als ebenso beispielhaft wurden die Ausschreibungen der KOMBIT bewertet, in deren Vorbereitung potenzielle Bieter einbezogen werden.

Abschließend stellte Stephan Hauber, DATABUND-Vorstand und Geschäftsführer der HSH, die Frage: "Quo vadis kommunale IT?" Anhand von sieben Thesen zur Zukunft des kommunalen IT-Sektors wies Hauber mit Blick auf die gegenwärtigen Digitalisierungsprojekte des Bundes sowohl auf die Chancen als auch auf die Risiken hin.

"Durch alle Vorträge und Diskussionen", so resümiert DATABUND-Vorstandsvorsitzenden Detlef Sander, "zog sich die Einschätzung, dass mit dem derzeit eingeschlagenen Weg, Verwaltungsprozesse lediglich digital abzubilden, in dem bestehenden Rechtsrahmen keine Innovationssprünge an die Spitze des europäischen eGovernment gelingen können. Stattdessen müssten Bürgerdienste neu gedacht werden und die Nutzerfreundlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. Damit entfaltet sich dann auch der erwartete wirtschaftliche Nutzen für die beteiligten Verwaltungen durch eine hohe Akzeptanz des Diensteangebotes bei den Zielgruppen."

Das diesjährige DATABUND-FORUM hat sich mittlerweile als eine wichtige Veranstaltung etabliert, in der in einem kleinen Rahmen von bis zu 50 Personen auch abseits eingetretener Pfade gedacht und diskutiert wird.